|
Chris Hinze - Von Skulpturen und Umgebungsklängen |
In seinen schrundigen Holzfiguren dekliniert Chris Hinze wechselseitig rationale und emotionale Aspekte, so daß Gefühlspaare entstehen, die mal ihre konstruktive, gedankliche und dann wieder ihre kreatürliche, offene Seite betonen. Dabei erscheint die reine Form als Hülle der menschlichen Figur. Unverkennbar besteht bei Chris Hinzes Wächter- und Tänzerinnen-Figuren eine Nähe zu den Expressionisten, aber auch zu den Dresdnern Georg Baselitz und Ralf Winkler (A.R. Penck), die ebenfalls mit Lust Beil und Kettensäge schwangen. Hinzes Figuren sind roh, ungeschlacht, punkig, antibürgerlich, konfliktbewußt und konfliktbereit, rebellisch, stürmisch - genauso wie der Sound seiner Band SANDOW, die jahrelang eine DDR Kultband war.
Hinze hat sich durch den Kubismus Archipenkos und Picassos hindurchgearbeitet und ist dabei am anderen Ende der Welt herausgekommen, nämlich bei der Unverstelltheit der Kunst Afrikas und der Südsee, von deren "barbarischer Magie/' bereits der Kunstkritiker Carl Einstein zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts schwärmte und damit die Debatte über Expressionismus und sog. Primitivität anheizte.
Christoph Tannert - Berlin im Februar 2003
(Foto: Stefan Gloede) |
|